Mai 2000
Gisela lässt die letzte Wohnung im 1. OG im Haupthaus für Ursula zu ihrem 50. Geburtstag sanieren.

2000
1. Versuch den Neubau mit 9 Wohnungen vom Landwirtschaftsministerium zu kaufen. Auf Grund der Gemeinnützigkeit reicht die gGmbH ein Angebot über DM 40.000 ein.

2001
EQUAL (Förderprogramm des Europäischen Sozialfond) Antrag abgelehnt, befinden uns bis 2006 im Rechtsstreit.
Neubaukauf abgelehnt. Verkauf an eine private Jagdgesellschaft.

2002
Massive Proteste unter Ausnutzung unserer thüringenweiten Kontakte gegen diesen Verkauf des Neubaus an Privat, führt zum Rücktritt der Käufer und wir erhalten den Zuschlag.  Sanierung im Wert von ca.  € 28.000.  Ermöglicht durch zinslose Beginen-Darlehen, die vertraglich gesichert sind. Rückzahlung ab 2004 aus den Einnahmen des Neubaus.

2003 / 2004 Der Neubau ist bis auf eine Ferienwohnung bezogen.

Zu jedem 2. Aug. kommen etwa zwei Beginen hinzu und eine Begine verläßt die Gemeinschaft.

September 2004:  14 Beginen


4. Geld und Arbeit

Grundkonsens:  Arbeitserträge, Mieten  Spenden und Fördermittel sind  für den Erwerb des Objektes in Gemeinschaftsbesitz durch die mehrheitlich von
Beginen verwalteten Beginenhof-Stiftung  „Lieselotte" vorgesehen.

Geld

Jede Beginen zahlt eine ortsübliche Miete.

Jede Begine zahlt eine monatliche, selbst festgelegte Beginenspende, einige zahlten wesentlich mehr als andere, zur Unterstützung des Projekts.

Jede Begine ist im Förderverein und zahlt ihren Beitrag, ca. € 60 im Jahr.

Die meisten Beginen spenden zusätzlich Geld für bestimmte Einzelvorhaben. z.B. das Parktor (Westseite), den Traktor, Möbel für die Gemeinschaftsräume und Gästezimmer, Küchengeräte für die Gästeküche etc.

Die meisten Beginen haben einen Anteil in der gGmbH (€ 100 bis € 2.500)

Einige Beginen produzieren (Massagen, Handcremes, Postkarten, Kalender, Käse, Gemüse etc) und die Überschüsse gehen in die gGmbH.

Einige Beginen tätigen notwendige Anschaffungen für Küche, Garten, Deko, Transport, Heizöl, Handwerker, Werkzeuge etc. aus eigener Tasche.


Jeder gemeinsam erwirtschaftete Pfennig (Cent) wird durch Gisela als Geschäftsführerin der gGmbH verwaltet und für Zins und Tilgung zum Erwerb des Objekts als „Beginenhof Lieselotte" in Gemeinschaftsbesitz (Siftung) genutzt, abzüglich der laufenden Kosten.
Notwendige Investitionen werden von Gisela vorfinanziert und der Gesamtschuld zugerechnet.


Unentgeltliche Arbeit

Aufräumen, saubern machen. renovieren, Gästezimmer herrichten,
Workshops, Seminare und Rituale durchführen,
Gäste betreuen, Gruppen bekochen, Frauen beraten,
Buchhaltung, Verwaltung, Verhandlungen mit Ämtern etc.
Feste feiern,
Straßencafe,
Grünflächen pflegen, Landwirtschaft, Feldfrüchte, Gemüse und Käse
Postkarten, Kalender, Trockenkräuter, Salben etc. herstellen,
Konzepte schreiben, Förderanträge stellen,
Mitfrauen und Sponsorinnen werben, Spenden einbringen
Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge halten, die MONATLICHE herausgeben usw. usw.

Diese Arbeiten können nachvollzogen werden, z.B. in Stundenzahlen. (zwischen 500 und 7.000 Stunden in 5 Jahren pro Begine)


Dieses System hat bis zum 1. August 2004 erfolgreich bestanden und wurde im Laufe der Jahre in die folgenden Strukturen eingepasst.


5. Struktur

19.1.1999
Beginenversammlung

Entscheidet in wöchentlichen Versammlungen über alle den Beginenhof betreffenden Angelegenheiten im Konsens, nicht-Anwesende werden so weit wie möglich mitbedacht. Delegierung von Aufgaben in selbständiges Handeln der einzelnen Beginen ist selbstverständlich.
Konflikte werden benannt, möglichst zeitnah und von den Beteiligten selbst.
Kommentar: Solange ein gut funktionierendes Instrument, wie alle daran interessiert sind Ideen, Mittel und Macht zu teilen. Versagt sofort wenn entweder Machtbedürfnisse nicht erfüllt sind oder persönliche Konflikte als Projektkonflikt ausgetragen werden.

7. Sept. 2000
gGmbH Beginenhof Lieselotte

Als rechtsfähige Form zur Geldverwaltung/Finanzamt und bis zur staatlichen Anerkennung der Beginenhof Stiftung von den meistens Beginen toleriert (Kompromiss).
Vorgänge den meisten Beginen nicht verständlich (z.B. Anteile wurden eingezahlt bzw.  an Gisela in bar übergeben ohne dass eine notarielle Bestätigung erfolgte. Es fand nie eine gGmbH Versammlung statt etc.)

Angelegenheiten wurden in der Beginenversammlung besprochen.

Gisela als Geschäftsführerin der GmbH bestand auf der Mehrheit der Anteile.

Anteilseignerinnen: Gisela, Gertrud, Erika, Anne, Ursula, Mechthild, Helga,



3. Nov. 2000
Öffentliche Bekanntgabe der
Beginenhofstiftung durch Gisela auf der Trauerfeier für ihre Mutter Liselotte Pohl in Hamburg (anwesende Beginen Mechthild und Ursula)

Lange Diskussionen in den Beginenversammlungen führten zu einer 3-er Struktur mit dem Kernstück einer Beginenhof-Stiftung, zu deren Durchführung sich Gisela bereit erklärte.